Genderkompetenz
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Gewagte Männlichkeit – Mehr Risikokompetenz für Jungen!

Risikoverhalten hat für viele Jungen eine wichtige Funktion: Das Eingehen von Risiken stellt eine eindrucksvolle Möglichkeit dar, sich selbst als „männlich“
zu spüren oder sich anderen maskulin zu präsentieren. Und auch wenn nicht alle ständig riskant leben: die Wahrnehmung und Bewunderung
riskanter Aktivitäten befeuert die Grenzgänger unter den Jungen. Weil die gewagte Männlichkeit so bedeutsam für Jungen ist, scheint es kaum Erfolg
versprechend, ihnen ihr riskantes Verhalten zu verbieten, abzuwerten oder es ihnen schlecht zu machen. Was braucht es dann? Was benötigen Jungen,
um Risiken einigermaßen gesund zu überstehen? Solange der Blick gesundheitsfördernder Erwachsener auf drohende Gefahren
und auf die kritische Bewertung der Männlichkeitsversuche von Jungen fixiert bleibt, sind sie im Verbotsmodus gefangen. Das stört die Beziehung zu Jungen,
weil es einer Depotenzierung der Männlichkeitswünsche von Jungen gleichkommt. Deshalb wird eine akzeptierende Perspektive auf das Risikoverhalten von Jungen
und auf ihre Risikokompetenzen benötigt. Das sind Fähigkeiten, die sich vor allem im Handeln, im Tun entwickeln. Dann ermöglichen sie es Jungen, Risiken
einzugehen und sie wohlbehalten zu überstehen. Risikokompetenzen stellen damit eine fachliche Bezugsgröße dar, die Zugänge öffnen: Anders als in der
Prävention decken sich hier Interessen von Jungen und Erwachsenen. Die Förderung solcher Kompetenzen in der Arbeit mit Jungen etabliert (neben
der Prävention) eine „zweite Säule“ jungenbezogener Gesundheitsförderung.

Sinn von Risikoverhalten und Nutzen fürs Männlichwerden und -sein
Haltung pädagogischer Fachkräfte zum Risikoverhalten von Jungen
Risikokompetenz in der Arbeit mit Jungen
Einzelelemente und -fähigkeiten in der Risikokompetenz
Ansätze für die Förderung von Risikokompetenz
Praxis und konzeptionelle Ideen

Die Teilnehmenden dieses Seminars verstehen das Risikoverhalten von Jungen als funktionale Form der Darstellung des Männlichseins und sehen
Risikokompetenzen als eine Form, gefährliches und gefährdendes Verhalten zu überstehen. Sie lernen (seminarbezogene) Methoden der Förderung
von Risikokompetenz kennen und kennen Ansätze, um Risikokompetenzen in der eigenen Arbeit mit Jungen weiterzuentwickeln und zu unterstützen.

Methoden Inhaltliche Inputs, aktivierende Übungen, persönliche Reflexionen,
risikokompetenzfördernde Methoden, Trainingselemente

Zielgruppe Fachkräfte, die mit Jungen und männlichen Jugendlichen
arbeiten

Organisatorisches

Referent/in: Dr. Reinhard Winter (Pädagoge, Psychodramaleiter, Gender- und Jungenforscher)
Termin: Donnerstag, 11. April und Freitag, 12. April 2019
Ort: München
Teilnehmer/innen: maximal 16
Kosten: € 240,00
Veranstaltungsnr.: F19/13
Anmeldeschluss: 11. März 2019
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