Genderkompetenz
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Jungen brauchen klare Ansagen!

Jungen sind in Beziehungen besonders auf Gegenüber angewiesen, die „gute“ persönliche Autorität verkörpern, denn ihr Männlichsein fordert Autorität heraus. Wenn Jungen „schwierig“ werden, ist das oft auf die fehlende autoritative Stabilität der Personen im Umfeld zurückzuführen. Durch ihr Verhalten fordern sie Autorität ein – vor allem, wenn sie zu wenig bekommen. Erst im Krisenfall aktiv zu werden, ist meist schon zu spät: Konflikte und Krisen gehören zur Autorität; sie entsteht als Beziehungsqualität aber vor Krisen, die dann erheblich leichter bewältigt werden können.

Persönliche Autorität wird erlernt und erworben, sie ist keine angeborene Eigenschaft: Wir „tun“ Autorität und nur wer sie macht, „hat“ sie. Ihre Ausdrucksformen hängen eng mit der eigenen Person zusammen: mit Biografie, Werten, Neigungen und Vorlieben, aber auch mit körperlichen Bedingungen. Deshalb müssen besonders Personen, die mit Jungen arbeiten, Wissen über Autorität bekommen, ihr Autoritätsprofil entwickeln und schärfen.

Im Seminar wird erläutert, warum Jungen besonders auf Autorität(en) angewiesen sind, was Autorität ausmacht und wie sie hergestellt wird. In biografischen Reflexionen und Übungseinheiten werden wesentliche Aspekte des Autorität-Tuns erworben, verfeinert und trainiert. Dabei geht es um das „normale“ Bedürfnis von Autorität und um Jungen mit durchschnittlichen Autoritätswünschen und -problemen (die Arbeit mit hochproblematischen Jugendlichen, z.B. Intensivtäter, wird nicht behandelt).

Inhalte

  • Theoretische Zugänge und Positionierungen zur persönlichen Autorität
  • Autorität als Beziehungsqualität und Handlungskategorie; Unterschied von „autoritär“ und „Autorität“
  • Hinweise zur Praxis der Autoritätsgestaltung in Institutionen
  • Übungen, Biografiearbeit, Anstöße zur Persönlichkeitsentwicklung

Ziele

Im Seminar lernen die Teilnehmer/innen wesentliche Formen kennen, wie Autorität als Beziehungsqualität – insbesondere in der Arbeit mit Jungen und männlichen Jugendlichen – hergestellt und kommuniziert werden kann. Sie erlernen förderliche Aspekte für Autorität und verstehen die Bedürfnisse der Jungen nach Autorität. Die Teilnehmer/innen setzen sich mit ihrer eigenen Haltung und Einstellung zur persönlichen Autorität und mit ihrer Autoritätsbiografie auseinander.

Methoden Kurz-Inputs, aktivierende Übungen, persönliche Reflexionen, darstellende Methoden, körperbezogene Trainingselemente

Zielgruppe Fachkräfte, die mit Jungen und männlichen Jugendlichen arbeiten

Organisatorisches

Referent/in: Dr. Reinhard Winter (Pädagoge, Psychodramaleiter, Gender- und Jungenforscher)
Termin: Donnerstag, 12. Oktober bis Freitag, 13. Oktober 2017
Ort: München
Teilnehmer/innen: maximal 16
Kosten: € 240,00
Veranstaltungsnr.: F17/71
Anmeldeschluss: 12. September 2017
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