Genderkompetenz
DruckenFortbildungen

Jungenarbeit in der Migrationsgesellschaft

Rassismuskritische Perspektiven

In der Öffentlichkeit werden Jungen häufig über problematische Aspekte wahrgenommen, die einhergehend mit problematischen Geschlechterkonzepten in Verbindung gebracht werden. Beim Blick auf Jungen mit einem Migrationshintergrund fließen zusätzlich kulturell-ethnische Begründungmuster als Ursachenerklärung mit ein. Z. B. wird der respektlose Umgang von Jungen mit weiblichen Fachkräften im pädagogischen Bereich als „ein kulturelles Problem“ gedeutet. Einerseits wird diese Gruppe dadurch mit ethnisch-diskriminierenden Aussagen und Strukturen konfrontiert und andererseits greifen sie selbst auf ethnisierende Argumentationsmuster zurück, wenn z.B. im pädagogischen Alltag bei Aufräumsituationen die Aussage kommt: „Das machen bei uns die Mädchen.“

Hier setzt eine Jungenarbeit im Rahmen einer Migrationsgesellschaft an, in dem sie die Argumentationsmuster von Jungen mit den objektiven Bedingungen und gesellschaftlichen Diskursen in Beziehung setzt und hinter die Kulissen schaut. Weiterhin kann Jungenarbeit in der Migrationsgesellschaft Jungen – aber auch pädagogischen Fachkräften – Möglichkeiten eröffnen, eigene Verhaltens- und Denkmuster im Kontext von Geschlechter- und Migrationsverhältnissen hinterfragen und zu erweitern.

Inhalte

  • Allgemeine und spezifische Aspekte von Jungen in der Migrationsgesellschaft
  • Vergleichende Geschlechterbilder und -vorstellungen
  • Rassismuskritische Perspektiven in der Jungenarbeit
  • Reflexion von eigenen Erfahrungen, Bildern und Wahrnehmungen über Jungen und ihre Geschlechtervorstellungen

Ziele

In diesem Seminar werden pädagogische Fachkräfte sensibilisiert für die eigene Haltung in der Arbeit mit Jungen in interkulturellen Kontexten und eigene Bilder über Jungen und Jungen mit Migrationshintergrund reflektiert. Gleichzeitig gilt es eigene und gesellschaftliche Zuschreibungen und Haltungen (herrschafts-)kritisch zu reflektieren. Neben einer Wissensvermittlung zu Jungen-, Jungenarbeits- und interkulturell-rassismuskritischen Themen sollen auch Austauschmöglichkeiten und selbstreflexive Übungen in Form von Transferarbeit in den eigenen Arbeitsbereich in die Fortbildung einfließen.

Methoden Biografische Übungen, Quiz/Positionierung, Fallbeispiele, Erarbeitung von Lösungsansätzen, Filmausschnitte, Vortrag, Gruppenarbeit

Zielgruppe Pädagog/innen, die mit Jungen arbeiten

Organisatorisches

Referent/in: Birol Mertol (Erziehungswissenschaftler, Referent für Gender und Interkulturelle Pädagogik)
Termin: Mittwoch, 25. Juli und Donnerstag, 26. Juli 2018
Ort: München
Teilnehmer/innen: maximal 16
Kosten: € 240,00
Veranstaltungsnr.: F18/58
Anmeldeschluss: 25. Juni 2018
Anmeldung Zum Online Formular
Drucken