Zusatzausbildungen
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Zertifizierte Weiterbildung zum/zur Traumapädagogen/in

Kursbeginn: Juli 2017

Im Erziehungsalltag treffen pädagogische Fachkräfte immer wieder auf Kinder und Jugendliche, die traumatische Erfahrungen gemacht haben. Die Weiterbildung zur „Traumapädagogik“ will Fachkräfte dazu qualifizieren, pädagogische Hilfestellung für Mädchen und Jungen bei der Bewältigung von Auswirkungen traumatisierender Lebensumstände geben zu können. Hierzu wird ein Verständnis für die Anpassungsstrategien von Mädchen und Jungen sowie für die spezifischen Belastungen von Pädagogen/innen benötigt. Grundlage dafür sind die Erweiterung des theoretischen Verständnisses über Traumatisierungen, die Bedeutung der Bindungserfahrungen, die Bedeutung des Umfeldes, die Einbeziehung salutogenetischer Konzepte, aber auch das Wissen um neurobiologische Vorgänge sowie Phänomene der Übertragung und Gegenübertragung. Auf diesem Hintergrund werden Haltungen und Methoden entwickelt, die die Stabilisierung und Selbstbemächtigung traumatisierter Kinder und Jugendlicher unterstützen und die der Eigensicherung der professionellen Helfer/innen nutzen.

Zielsetzung der Weiterbildung

Die Weiterbildung vermittelt allgemeine Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumapädagogik in Theorie und Praxis. Grundlage sind systemische, salutogenetische und bindungstheoretische Konzepte. Neben dem Erwerb fachlich-methodischer Kompetenzen zur Traumapädagogik und Traumafachberatung setzen sich die Teilnehmer/innen selbstreflexiv mit ihren persönlichen und beruflichen Hintergründen auseinander. Der Transfer der erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in die eigene berufliche Praxis wird im Rahmen von Supervision reflektiert.

 

Inhalte der Ausbildung:

Modul 1: Einführung in die Psychotraumatologie u. Traumapädagogik:

  • Abgrenzung der traumazentrierten Fachberatung zu einer Trauma-Psychotherapie
  • Geschichtlicher Hintergrund
  • Traumadefinition und Diagnostik: Was ist ein Trauma? Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung? Zu welchen Veränderungen der Persönlichkeit kann ein Trauma führen?
  • Verschiedene Arten der Traumatisierung
  • Formen der Traumaverarbeitung
  • Schutz- und Risikofaktoren
  • Traumafolgeerkrankungen und Komorbidität
  • Physiologie psychischer Traumatisierung: Traumagedächtnis, Neurobiologie
  • Grundlagen traumazentrierter Gesprächsführung, Beziehungsaufbau und Prozessgestaltung

Modul 2: Bindung und Traumapädagogik

  • Bindung und Bindungstheorie
  • Bindungsentwicklung
  • Bindungsstile und Bindungsstörungen
  • Bindungsstörungen und ihre Auswirkungen im Beratungskontext
  • Neurobiologie der Bindungstraumatisierung
  • Traumabedingte Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen

Modul 3: Überblick über die Behandlung akuter Traumatisierung und Krisenintervention

  • Erscheinungsbilder akuter Traumatisierung und post-traumatischer Belastungsstörung
  • Umgang mit Phänomenen akuter Belastungsstörungen
  • Traumaspezifische Krisenintervention
  • Unterstützung und Begleitung spontaner Traumaverarbeitungsprozesse
  • Begleitung traumatisierter Menschen, Kunst- und Gestaltungstherapie
  • Konzept, Arbeitsfelder und Methoden der Traumapädagogik

Modul 4: Techniken und Methoden der traumazentrierten Pädagogik

  • Überblick über traumaspezifische Behandlunsmöglichkeiten
  • Phasenmodell der Traumaverarbeitung
  • Aufbau bzw. Planung der traumapädagogischen Arbeit
  • Basisstrategien traumazentrierter Pädagogik
  • Anleitung von ressourcenorientierten Stabilisierungsübungen
  • Ebenen der Stabilisierung und Affektregulation
  • Techniken zur psychischen Stabilisierung und Affektregulation: > Grundwissen: Knognitive Tecchniken; imaginativ-hypnotherapeutische Techniken; DBT-Techniken – > Übungen und Selbsterfahrung von Techniken

Modul 5: Elternarbeit

  • Psychoedukation
  • Grundlegende Unterschiede der Traumaverarbeitung bei Kindern und Jugendlichen
  • Stabilisierung von Kindern und Jugendlichen
  • Ressourcenorientiertes Arbeiten mit Bezugspersonen
  • Systemische Aspekte: Familiäre und transgenerationale Weitergabe von Traumata

Modul 6: Abgrenzung der Pädagogik und Beratung zur Therapie

  • Unterschiede
  • Grenzen und Chancen der Pädagogik und Beratung
  • Möglichkeiten und Indikationen zur Weiterverweisung
  • Die Behandlungsplanung und deren Einordnung in die eigene alltägliche Beratungs- bzw. pädagogische Arbeit

Modul 7: Eigene Grundhaltung und (berufliche) Rolle

  • Institutionelle Bedingungen traumaspezifischer Arbeit: Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, Strukturen
  • Traumapädagogische Arbeit im stationären Bereich
  • Praxistransfer für den pädagogischen Gruppenalltag
  • Gesetzliche Grundlagen; Bedeutung sozialer Netzwerkarbeit
  • Reflexion der eigenen beruflichen Rolle im Bezug auf Biographie und Gegenwart
  • Einübung traumazentrierter Grundhaltung und Beziehungsgestaltung

Modul 8: Persönliche Selbstreflexion

  • Erkennen und Reflexion eigener emotionaler Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten
  • Eigene Traumatrigger aufspüren
  • Selbstwahrnehmung – Selbstkontrolle – Selbstwirksamkeit als pädagogisches Grundprinzip der Förderplanung und Resilienzentwicklung
  • Traumabedingte Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen
  • Beobachtendes Reflektieren statt reflexhaftes Agieren
  • Selbstfürsorge

Modul 9: Fall-Supervision

  • Eigene Fälle unter Berücksichtigung der Selbst- und Fremdüberforderung von Pädagogen
  • Rollen-, aufgabenspezifische und persönliche Selbstreflexion

Modul 10: Zertifizierung

  • Schriflichte Falldarstellung/Dokumentation
  • Hausarbeit (Projektdarstellung/Konzeptentwicklung)
  • Präsentation der Projektdarstellung/Konzeptentwicklung im Kolloquium

Termine der Blöcke

Block 1: 04. bis 06. Dezember 2017

Block 2: 01. bis 03. Februar 2018

Block 3: 15. bis 16. März 2018

Block 4: 17. bis 19. Mai 2018

Block 5: 20. bis 21. Juli 2018

Block 6: 21. bis 22. September 2018

Block 7: 09. November 2018

 

Methoden

Lehreinheiten, Literaturstudium, praktische Übungen, Möglichkeiten zur Fallbesprechung, Fallanalyse, Praxisreflexion

Zielgruppe

Insbesondere Fachkräfte im pädagogischen Bereich: Kinder- und Jugendhilfe, psychosoziale Beratung, berufliche Bildung; Fachkräfte im medizinischen und pflegerischen Bereich

Teilnahmevoraussetzung

Pädagogische/fachliche Ausbildung, drei Jahre Berufserfahrung, Bereitschaft zur Selbstreflexion; eine Möglichkeit zur Anwendung des Gelernten ist erwünscht.

Bestandteile

7 Blöcke mit insgesamt 16 Seminartagen, Intervisionsgruppen zwischen den Modulen, Falldokumentation, Hausarbeit/ Projekt, Kolloquium

Zusätzlicher Supervisionstermin (etwaiger Kostenzuschlag)

Zertifikat

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat von INPUT. Die Weiterbildung entspricht im Inhalt und Umfang den Qualitätsstandards der „Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie“ (DeGPT) und der „BAG Traumapägagogik“.

Info-Abend

Nähere Auskünfte auf Anfrage

Anmeldung

Die Anmeldung zur Weiterbildung erfolgt durch eine schriftliche Bewerbung, die einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben beinhaltet.

Organisatorisches

Referent/in: Maria Zepter (Diplompsychologin, Psychotherapeutin) / Maria Heller (Diplom-Kunsttherapeutin, Traumatherapeutin, Heilpraktikerin (Psychotherapie)) / Margit Erades-Peterhoff (Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Mediatorin) / Eva Barnewitz (Psychologin, Trainerin von Impact Therapy)
Termin: Montag, 4. Dezember bis Mittwoch, 6. Dezember 2017
Ort: München
Teilnehmer/innen: maximal 16
Kosten: € 2.070,00
Anmeldeschluss: 30. Oktober 2017
Leitung: Ferdinand Walser (INPUT e.V.)
Organisation: INPUT e.V.
Dauer: 16 Seminartage in 7 Blöcken
Beginn/Block 1: Mittwoch, 26. bis Freitag, 28. Juli 2017
Seminarkosten: 2070,– EUR; zahlbar in drei Raten
Anmeldung bei: INPUT e.V., Sandstr. 41, 80335 München, Tel. (089)29160463, E-Mail info@inputseminare.de
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