Zusatzausbildungen
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Zertifizierte Weiterbildung zum/zur Traumapädagogen/in

Kursbeginn: Juli 2019

Im Erziehungsalltag treffen pädagogische Fachkräfte immer wieder auf Kinder und Jugendliche, die traumatische Erfahrungen gemacht haben.
Die Weiterbildung zur „Traumapädagogik“ qualifiziert Fachkräfte dazu, pädagogische Hilfestellung für Mädchen und Jungen bei der
Bewältigung von Auswirkungen traumatisierender Lebensumstände geben zu können.
Hierzu wird ein Verständnis für die Anpassungsstrategien von Mädchen und Jungen sowie für die spezifischen Belastungen von Pädagogen/
innen benötigt. Grundlage dafür sind die Erweiterung des theoretischen Verständnisses über Traumatisierungen, die Bedeutung der
Bindungserfahrungen, die Bedeutung des Umfeldes, die Einbeziehung salutogenetischer Konzepte, aber auch das Wissen um neurobiologische
Vorgänge sowie Phänomene der Übertragung und Gegenübertragung. Auf diesem Hintergrund werden Haltungen und Methoden entwickelt,
die die Stabilisierung und Selbstbemächtigung traumatisierter Kinder und Jugendlicher unterstützen und die der Eigensicherung der professionellen
Helfer/innen nutzen.

Modul 1: Einführung in die Psychotraumatologie und Traumapädagogik
– Abgrenzung zur Trauma-Psychotherapie, Diagnostik, Traumaverarbeitung
und Traumafolgeerkrankungen, Traumagedächtnis und
Neurobiologie, Grundlagen traumazentrierter Gesprächsführung

Modul 2: Bindung und Traumapädagogik – Kindheitstrauma, Bindungsstörungen
und ihre Auswirkungen, Neurobiologie der Bindungstraumatisierung,
traumabedingte Übertragung und Gegenübertragung

Modul 3: Überblick über die Behandlung akuter Traumatisierung
und Krisenintervention – Erscheinungsbilder akuter Traumatisierung
und posttraumatischer Belastungsstörung, Umgang mit Belastungsstörungen,
traumaspezifische Krisenintervention, Begleitung spontaner
Traumaverarbeitungsprozesse, Kunst- und Gestaltungstherapie

Modul 4: Techniken und Methoden der traumazentrierten Pädagogik –
Überblick über Behandlungsmöglichkeiten, Phasenmodell der Traumaverarbeitung,
Basisstrategien traumazentrierter Pädagogik, Techniken der Stabilisierung
und Affektregulation, Übungen und Selbsterfahrung von Techniken

Modul 5: Elternarbeit – Psychoedukation, Unterschiede der Traumaverarbeitung
bei Kindern und Jugendlichen, Stabilisierung von Kindern
und Jugendlichen, ressourcenorientiertes Arbeiten mit Bezugspersonen,
systemische Aspekte: familiäre und transgenerationale Weitergabe
von Traumata

Modul 6: Abgrenzung der Pädagogik und Beratung zur Therapie –
Grenzen und Chancen der Pädagogik und Beratung, Möglichkeiten
und Indikationen zur Weiterverweisung

Modul 7: Eigene Grundhaltung und (berufliche) Rolle – Institutionelle
Bedingungen traumaspezifischer Arbeit, gesetzliche Grundlagen,
Bedeutung sozialer Netzwerkarbeit, Reflexion der eigenen
beruflichen Rolle, Einübung traumazentrierter Grundhaltung und
Beziehungsgestaltung

Modul 8: Persönliche Selbstreflexion – Erkennen und Reflexion
eigener emotionaler Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten, eigene
Traumatrigger aufspüren, Selbstwirksamkeit als pädagogisches Grundprinzip
der Förderplanung; Selbstfürsorge

Modul 9: Fall-Supervision – Eigene Fälle unter Berücksichtigung der
Selbst- und Fremdüberforderung von Berater/innen; rollen-, aufgabenspezifische
und persönliche Selbstreflexion

Modul 10: Zertifizierung – Vorstellung eines praktischen/theoretischen
Beratungskonzepts, schriftliche und mündliche Fallvorstellung
(Kolloquium)

Die Weiterbildung vermittelt allgemeine Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumapädagogik in Theorie und Praxis. Grundlage sind systemische,
salutogenetische und bindungstheoretische Konzepte. Neben dem Erwerb fachlich-methodischer Kompetenzen zur Traumapädagogik
und Traumafachberatung setzen sich die Teilnehmer/innen selbstreflexiv mit ihren persönlichen und beruflichen Hintergründen auseinander.
Der Transfer der erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in die eigene berufliche Praxis wird im Rahmen von Supervision reflektiert.

 

Methoden Lehreinheiten, Literaturstudium, praktische Übungen,
Möglichkeiten zur Fallbesprechung, Fallanalyse, Praxisreflexion

Zielgruppe Insbesondere Fachkräfte im pädagogischen Bereich:
Kinder- und Jugendhilfe, psychosoziale Beratung, berufliche Bildung;
Fachkräfte im medizinischen und pflegerischen Bereich

Teilnahmevoraussetzung Pädagogische/fachliche Ausbildung,
drei Jahre Berufserfahrung, Bereitschaft zur Selbstreflexion; eine
Möglichkeit zur Anwendung des Gelernten ist erwünscht.

Referent/innen Eva Barnewitz, Margit Erades-Peterhoff, Maria Heller,
Maria Zepter (alle Diplom-Psychologen und Psychotherapeuten)

Bestandteile 7 Blöcke mit insgesamt 17 Seminartagen, Intervisionsgruppen
zwischen den Modulen, Falldokumentation, Hausarbeit/
Projekt, Kolloquium

Zertifikat Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmer/innen
ein Zertifikat von INPUT. Die Weiterbildung entspricht im Inhalt und
Umfang den Qualitätsstandards der „Deutschsprachigen Gesellschaft
für Psychotraumatologie“ (DeGPT) und der „BAG Traumapägagogik“.

Info-Abend Kostenloser Info-Abend: Termin auf Nachfrage

Organisatorisches

Referent/in: Ferdinand Walser (Pädagoge, Diplom-Enneagrammlehrer DV) / Maria Zepter (Diplompsychologin, Psychotherapeutin)
Termin: Montag, 1. Juli und Mittwoch, 3. Juli 2019
Ort: München
Teilnehmer/innen: maximal 16
Kosten: € 2.280,00
Anmeldeschluss: 1. Juni 2019
Dauer: 17 Seminartage in 7 Blöcken
Organisation: INPUT e.V.
Beginn 01-03 Juli 2019
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