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Zertifizierte Weiterbildung zum/r Traumazentrierten Fachberater*in 2022/2023

Kursbeginn: Oktober 2022

Im pädagogischen Alltag, in verschiedenen psychosozialen Settings und in der Erwachsenen-beratung werden Fachkräfte immer wieder mit traumatischen Erfahrungen ihrer Klient*innen konfrontiert. Hinter auffälligem oder aggressivem Verhalten von Kindern, Prob­lemen im sozialen, Leistungs- und Beziehungsbereich wie auch hinter selbst- oder fremdgefähr­denden Verhalten Jugendlicher oder Erwachsener verbergen sich oft – nicht erkannt oder verdrängt – traumatische Erlebnisse. Das stellt die Berater/Begleiter vor eine interessante, aber auch herausfordernde Aufgabe. Für einen kompetenten Umgang damit braucht es ein fundiertes Wissen über Dynamik und Folgestörungen von Traumatisierung sowie über Form und Inhalt eines traumazentrierten Beratungsprozesses. Hierzu gehören auch ein professio­nelles Nähe-Distanz-Verhalten und eine gute Selbstfürsorge. Diese Aspekte wie auch ver­schiedene Methoden der Krisenintervention und Stabilisierung werden den Kursteilneh­mer/innen im Rahmen dieser Weiterbildung vermittelt. Neben der theoretischen Wissens­vermittlung wird viel Wert auf den Anwendungsbezug sowie die praktische Einübung und den begleiteten Fachaustausch gelegt.

Zielsetzung der Weiterbildung:

Die Weiterbildung vermittelt Grundlagen und Konzepte der Psychotraumatologie und der traumazentrierten Fachberatung/Begleitung wie auch praktische Fähigkeiten für die Beratungs­sitzungen. Die Teilnehmer*innen erwerben Kompetenzen im Beziehungsaufbau, in der trauma­sensiblen Zuordnung und in der Beratung/Begleitung von Menschen mit traumatischen Erfah­rungen (akut oder in der Kindheit). Auch werden diagnostische Grenzen der Beratung und Mög­lichkeiten zum Schutz vor erneuter Traumatisierung der Klienten und vor sekundärer Traumati­sierung der Fachberater/Begleiter aufgezeigt.

Besonderen Wert legt die Weiterbildung auf den Praxisbezug und das Eingehen auf die ver­schiedenen Tätigkeitsbereiche der Teilnehmer. Die zwischen den Modulen stattfindenden Inter­visionsgruppen unterstützen den Lernprozess.

Inhalte der Weiterbildung (Module):

  • MODUL 1:  EINFÜHRUNG IN DIE PSYCHOTRAUMATOLOGIE (6.–8. Oktober 2022)
    • Grundlagen und Konzepte psychischer Traumatisierung
    • Auswirkungen von Traumatisierung und Traumafolgestörungen
    • Verschiedene Formen der Traumatisierung
    • Traumatisierung in der Kindheit, im Jugendalter und danach
    • Sexuelle Traumatisierung
    • Traumatisierung durch Krieg, Flucht, Vertreibung
  • MODUL 2:  GRUNDLAGEN TRAUMAZENTRIERTER FACHBERATUNG UND KRISENBEGLEI-TUNG (1./2. Dezember 2022)
    • Was ist traumasensible Begleitung und welche Voraussetzungen hat sie?
    • Die Wichtigkeit der Grundhaltung und Ressourcenorientierung
    • Basisstrategien traumazentrierter Unterstützung und Informationsvermittlung
    • Techniken und Übungen zur Stabilisierung und Krisenbegleitung
    • Trauerberatung und Trauerbegleitung bei traumatisch erlebten Verlusten
    • Möglichkeiten und Grenzen sowie Indikationen für Weiterverweisung
    • Grundlagen traumasensibler Elternberatung
  • MODUL 3:  PRAXIS TRAUMAZENTRIERTER FACHBERATUNG UND BEGLEITUNG (30. Januar – 1. Februar 2023)
    • Begleitung von Traumaverarbeitungsprozessen
    • Umgang mit Suizidalität, Selbstverletzungen und Sucht (als Traumafolgesymptom)
    • Praktisches Einüben des bisher Gelernten
    • Dynamik der Wiederholung – Weitergabe von Traumata an die nächste Generation
    • Intervision/Supervision eingebrachter Fälle der Teilnehmer
  • MODUL 4:  VERFESTIGUNG DER PRAXIS TRAUMAZENTRIERTER ARBEIT (16./17. März 2023)
    • Psychoedukation – ein wesentlicher Bestandteil der TZFB
    • Psychoedukation bei Zwängen, bei Depression und Panikattacken (als Traumafolgestörung
    • Umgang mit sexuellem und emotionalem Missbrauch
    • Sekundäre Traumatisierung – Symptome und Prophylaxe
    • Selbstreflexion und Selbstfürsorge als Voraussetzung traumazentrierter Arbeit
    • Klassische Fragen und Probleme aus der Praxis
  • MODUL 5:  Kolloquium (21. April 2023)

 

Methoden: Lehreinheiten, praktische Übungen, Intervision, Supervision, begleitete Selbstreflexion

Zielgruppe: Fachkräfte aus dem pädagogischen und psychosozialen Bereich, der Kinder- und Jugendhilfe, der Eltern- und Erwachsenenberatung, Fachkräfte im medizinischen, pflegeri­schen, seelsorgerischen und Notfallhilfe-Bereich.

Teilnahmevoraussetzungen: Pädagogische/fachliche Ausbildung, mehrjährige Berufserfah-rung, Bereitschaft zur Selbstreflexion. Möglichkeit zur Anwendung des Gelernten im berufli­chen Alltag ist erwünscht.

Teilnahme für Zertifizierte Traumapädagog*innen: Teilnehmer*innen mit einer abgeschlos­senen Ausbildung zum/r Traumapädagog*in bei INPUT wird das erste Modul (3 Tage) erlassen. Der Preis reduziert sich entsprechend.

Bestandteile: Fünf Module mit insgesamt 11 Seminartagen inklusive einem Supervisionstag, Intervisionsgruppenzwischen den Modulen, Hausarbeit, Abschluss-Kolloquium.

Zertifikat: Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmer*innen ein Zertifikat von INPUT. Die Weiterbildung lehnt sich inhaltlich an die Qualitätsstandards der DeGPT (Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie) und des Fachverbands Trauma­pädagogik (vorher BAG TP) an.

Anmeldung: Schriftliche Bewerbung für die Weiterbildung (Lebenslauf und Motivationsschreiben)

Info-Abend: Kostenloser Informationsabend am 28. Juni um 18:00. Anmeldungen dafür bitte bis zum 22.6.22 an kooperationen@inputseminare.de.

Organisatorisches

Referent/in: Maria Zepter (Diplompsychologin, Psychotherapeutin) / Margit Erades-Peterhoff (Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin, Mediatorin)
Termin: Donnerstag, 6. Oktober und Freitag, 21. April 2023
Ort: München
Kosten: € 1.595,00
Anmeldeschluss: 25. August 2022
Teilnehmerbeitrag 1595,– Euro, ermäßigt für Traumapädagog*innen 1280,– Euro, zahlbar in 2 Raten
Anmeldung Schriftliche Bewerbung (Lebenslauf und Motivationsschreiben) an info@inputseminare.de
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